ChromaPlural

ChromaPlural: Farben. Formate. Möglichkeiten.

 

ChromaPlural eröffnet neue gestalterische Freiheiten für Architekten und Planer. Das System vereint die seit vielen Jahren erfolgreichen Keramikserien Chroma und Plural plus unter einem Dach und erweitert mit fast unbegrenzten Kombinationsmöglichkeiten das Anwendungsspektrum im Raum.

 

Vielfalt und Flexibilität in Serie: Die speziell für ChromaPlural entwickelte UNICOLOR-Farbpalette umfasst 50 aufeinander abgestimmte Farben in dezimalen und oktametrischen Formaten. Ob glasiert oder unglasiert, Steingut, Steinzeug oder Feinsteinzeug – die schmale 3 mm-Fuge ist bei ChromaPlural ebenso Standard wie die schadstoffabbauende Veredelung HT und die Ausführung in verschiedenen Trittsicherheiten. ChromaPlural ist so vielseitig im Innen- und Außenbereich einsetzbar: von der Fassade bis zum Boden, von der U-Bahnstation bis zur Wellnesslandschaft.

Farbräume

Farbe in Reihe & Raum: Vielfalt schafft Freiheit

 

Vom Farb- zum Möglichkeitsraum: ChromaPlural wurde speziell für komplexe gestalterische Anforderungen entwickelt. Sein in sich geschlossenes UNICOLOR-Farbsystem weist weit über bloße Nachbildungen gängiger Farbnormierungen wie RAL oder NCS hinaus. Zehn Farbreihen bilden einen Farbkreis aus 50 aufeinander abgestimmten Tönen. Sechs Farbräume illustrieren unterschiedliche Farbwirkungen und Anwendungsbereiche. Damit bietet UNICOLOR Architekten und Planern ein elaboriertes Instrumentarium der Farbgestaltung. Die sorgfältig komponierte Farbpalette von ChromalPlural ermöglicht fließende und harmonische Übergänge, raumübergreifende Gestaltungen und steht ganz im Dienste der Architektur. Form und Materialität werden durch die abgestuften UNICOLOR-Farben betont, aber nicht übertönt.

 

Farbkreis

 

Die sechs Farbräume, die im UNICOLOR-Farbkreis definiert sind, veranschaulichen wie UNICOLOR im Zusammenspiel harmoniert und wirkt. Das Farbspektrum der Natur spiegelt sich – zeitgemäß adaptiert – in fünf ChromaPlural-

Farbräumen wider. Gebildet werden sie von je acht Farben in abgestuften Tonalitäten. Zudem sind zehn neutrale Farbtöne, die in Grauwerten zwischen Schwarz und Weiß changieren, zu einem weiteren Farbraum zusammengefasst.

 

Sechs internationale Architektur- und Designbüros, allesamt ausgewiesene Spezialisten, übersetzten das Farbkonzept und den Formatbaukasten von ChromaPlural in konkrete Architekturen. Ihre Entwürfe verweisen auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von ChromaPlural für individuelle Raumkonzepte ebenso wie für standardisierte Anwendungsbereiche.

 

Farbkreis

Formate

Das richtige Maß: dezimal und oktametrisch

 

Zwei Maßsysteme in einem Formatbaukasten: ChromaPlural bietet sowohl dezimale als auch oktametrische Formate in verschiedenen Dimensionen. Damit wird eine variationsreiche, raumübergreifende Gestaltung von Wand- und Bodenflächen möglich. Ein Programm bietet Lösungen für alle Flächen: Alle Produkte einer Formatwelt sind untereinander kompatibel. Das Angebot reicht von Mosaiken im 1 x 1 cm-Format, über 6,2 cm schmale Riemchen in verschiedenen Längen bis hin zu Großformaten in 50 x 100 cm. In beiden Maßsystemen zählen zudem Ausführungen in unterschiedlichen Trittsicherheiten zum Standard-Lieferprogramm. Darüber hinaus realisiert AGROB BUCHTAL Sonderformate nach Kundenwunsch.

 

Dezimal-Format

 

Oktametrisch-Format

 

Um anspruchsvolle Raumkonzepte unabhängig vom Fliesenformat umsetzen zu können, wird bei allen Produkten des ChromaPlural-Systems die Fugenbreite auf ein schmales Maß von 3 Millimetern reduziert und die Kantenausbildung vereinheitlicht.

HT-Veredelung

Licht wirkt

Die Verpflichtung zu energieeffizientem Bauen hat in den vergangenen Jahren zu immer dichteren Gebäudehüllen geführt, so dass Schadstoffe nicht mehr wie früher einfach nach außen abziehen können. Bei der Planung und Ausführung von Innenräumen gilt es deshalb, gesundheitsbelastende Substanzen zu vermeiden und eine intelligente Auswahl der im Innenbereich verwendeten Materialien zu treffen. Nicht nur Baustoffe selbst können zur Schadstoffbelastung der Innenraumluft beitragen. Auch Bodenbeläge, Verlegewerkstoffe und Möbel können für steigende Konzentrationen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) in hermetisch dichten Gebäuden verantwortlich sein. Mit HT (Hydrophilc Tile) wirken Architekten und Planer diesen Nebenwirkungen entgegen:

  • HT hilft Luftschadstoffe wie Formaldehyd und Gerüche im Innenraum abzubauen
  • HT hemmt das Wachstum von Schimmel, Bakterien und anderen Mikroorganismen
  • HT vereinfacht die Reinigung der Oberfläche

Und das alles allein durch die Wirkung von Licht!

 

Nahezu das gesamte Sortiment von ChromaPlural ist HT-veredelt und so funktioniert und wirkt die HT-Veredelung: Titandioxid (TiO2) wird bei hoher Temperatur unlöslich und dauerhaft in die Keramikoberfläche eingebrannt. Als Katalysator, der sich nicht verbraucht, löst es praktisch lebenslang eine durch Licht aktivierte Reaktion (Photokatalyse) mit Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit aus. Dadurch entsteht aktivierter Sauerstoff und eine hydrophile, wasserfreundliche Keramikoberfläche. Der aktivierte Sauerstoff übernimmt nun

drei entscheidende Funktionen:

  1. Unangenehme Gerüche und Luftschadstoffe wie Formaldehyd oder Stickoxide werden zersetzt. So entsteht eine deutlich verbesserte Raumluft. Das ist nicht nur in Sanitäranlagen oder Küchenbereichen besonders komfortabel, sondern ermöglicht im ganzen Gebäude ein angenehmes Arbeiten.
  2. Unmittelbar an der Oberfläche der Keramik zersetzt er Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Keime und behindert deren Wachstum. So setzt HT überall dort neue Maßstäbe, wo es auf besondere Sauberkeit und Hygiene ankommt.
  3. Wasser bildet keine Tropfen, die wirkungslos abperlen oder unschön antrocknen, sondern es entsteht ein hauchdünner Film. Dieser Wasserfilm sorgt dafür, dass kleinste Schmutzpartikel sowie unter normalen Bedingungen schwer entfernbare Rückstände wie Fette gründlich unterspült werden, sich dadurch vom Untergrund ablösen und mühelos weggewischt werden können. Das spart sowohl Zeit als auch Reinigungsmittel und entlastet somit Mensch und Umwelt.

Weitere Informationen und Prüfzeugnisse zur HT-Veredelung finden Sie auf:

www.clean-air-ceramics.com

Referenzen

Rohstoff & Kompliment: Keramik in der Architektur

 

Bereits seit mehr als 2.000 Jahren ist Keramik ein „Rohstoff der Architektur“. Farbige Fliesen und keramische Verzierungen verwendeten schon die Etrusker in ihren Bauten. Für zeitgemäßes wie zukunftsweisendes Bauen und Gestalten mit Keramik bietet AGROB BUCHTAL als Spezialist für Architekturkeramik ein umfangreiches Produkt- und Leistungsportfolio.

 

Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins 18. Jahrhundert. Heute ist AGROB BUCHTAL ein Global Player, der fest am Traditionsstandort Deutschland verwurzelt ist. Entwickelt und produziert wird überwiegend hier. Zum Einsatz kommen die variationsreichen Fliesenkollektionen und maßgefertigten Sonderlösungen weltweit – an der Fassade des preisgekrönten Wohnkomplexes in London ebenso wie auf dem Dach des Baseler Museums der Kulturen, im Schwimmbad in Shenzhen, auf der Flaniermeile in Abu Dhabi oder in der Münchner U-Bahn. AGROB BUCHTAL ermöglicht alle klassischen Anwendungen und erschließt darüber hinaus neue Einsatzbereiche für Keramikfliesen – kompetente Beratung und umfassender Architektenservice inklusive.

 

Neben technologischen Innovationen zur Oberflächenveredelung und Trittsicherheit geht es bei AGROB BUCHTAL vor allem um gestalterischen Anspruch. Besonderen Wert legt AGROB BUCHTAL dabei auf seinen umfangreichen Formatbaukasten und sorgfältige Farbkompositionen. Für das Architekturkeramik-System ChromaPlural wurde extra ein neues, in sich geschlossenes Farbsystem entwickelt. „Farbe ist ein Kompliment an die Architektur“, bemerkte einst der mexikanische Architekt und Pritzker-Preisträger Luis Barragán. „Sie ist unverzichtbar, um einem Bereich jenen Hauch von Magie zu verleihen.“ In diesem Sinne formuliert

ChromaPlural ein besonderes Kompliment an die Architektur – mit viel Raum für individuelle Gestaltung.

 

Hornet (Origami) Verkehrsinsel Novartis Campus Schwimmbad Allerwelle KfW Bank Frankfurt TTC Sheppard-Yonge Station U-Bahn Berlin Lichtenberg Sportcomplex Koning Willem-Alexander Kita Zwergenland Schwimmbad De Vrolijkheid Firmengebäude J. Eberspächer GmbH & Co.KG Sportcentrum Rozengaarde Unterführung Wierden Premetrostation Sport Schulküche Hauswirtschaftsschule Wellness Hostel 4000

 

Weitere Projekte aus allen Bereichen finden Sie auf projects.agrob-buchtal.de

Materialkunde

Als Keramik werden Baustoffe bezeichnet, die aus natürlichen, keramischen Rohstoffen hergestellt und gebrannt werden. Der Begriff Keramik leitet sich vom griechischem Wort Keramos ab und bedeutet schlicht Ton. Aufbereitet und gebrannt wurden aus ihm schon vor etwa 30.000 Jahren Gegenstände hergestellt, die ersten keramischen Gefäße entstanden vor rund 11.000 Jahren.

Als rote glasierte Gebrauchskeramik verbreitete sie sich schnell. Später findet sie vor allem als Wandverkleidung im Innen- wie Außenbereich Verwendung und auch als Bodenbelag. Die ersten Keramikindustrien Europas entstanden im römischen Reich. Hier wurden u.a. die typischen roten Dachziegel in großen Mengen hergestellt. Auch die ersten Bodenziegel stammen von den Römern. Ihre Fußbodenheizungen basierten auf keramischen und damit hitzebeständigen Werkstoffen.

In Ägypten, Mesopotamien und Persien wurden Keramikfliesen zur Bekleidung von Wänden bereits im Altertum verwendet, besonders in der islamisch-arabischen Architektur. Mit den Mauren kamen farbig glasierte Fliesen zunächst nach Spanien und Portugal, ab dem Jahr 1.000 auch nach West- und Mitteleuropa.

 

Steingutfliesen

Steingut ist der traditionelle Begriff für keramische Fliesen mit einem feinkörnigen, kristallinen, porösen Scherben mit hoher Wasseraufnahme. Steingutfliesen werden im Trockenpressverfahren  hergestellt. Dabei werden anorganische Hartstoffe wie Quarz, Feldspat und Schamotte sowie Weichstoffe wie Ton oder Kaolin gemahlen, unter Zusatz von Wasser gemischt und unter hohem Druck in Stahlformen gepresst. Nach dem Pressvorgang erfolgt der Auftrag der Glasur. Anschließend werden sie bei Temperaturen zwischen 850 – 1.000 C° gebrannt. Da bei diesen Temperaturen noch keine Sinterung einsetzt, ist der Scherben der Steingutfliesen porös. Aus diesem Grund lassen sie sich problemlos zuschneiden, brechen und mit Löchern für Rohrdurchführungen, Aussparungen, etc. versehen.

Steingutfliesen sind immer glasiert. Die Glasuren bieten dem Scherben Schutz vor Säuren und Verfleckungen und erleichtern zudem die Reinigung. Eingesetzt werden können sie nur im Innenbereich, da sie nicht frostbeständig sind. Bevorzugte Anwendung ist der gesamte Wandbereich, vor allem in privaten Bädern und überhaupt in Nasszellen. Steingutfliesen mit dickem Scherben werden gelegentlich auch als Bodenbelag eingesetzt. Diese Anwendung sollte sich jedoch auf mäßig beanspruchte Böden im Wohnbereich beschränken. Der Einsatz in mechanisch stark belasteten Bereichen ist nicht möglich.

 

Steinzeugfliesen und -platten

Im Unterschied zu Steingut besteht Steinzeug aus Feinkeramik und wird trockengepresst oder stranggezogen sowie bei 1.150 bis 1.300°C gebrannt. Die genaue Brenntemperatur hängt von der Zusammensetzung der Masse, des sogenannten Grünkörpers ab. Wegen der nahezu vollständigen Sinterung besitzt Steinzeug eine höhere Festigkeit und eine geringere Porosität als Steingut – es ist frostsicher und abriebfest, seine Wasseraufnahmekapazität liegt zwischen 0,5 und 3%. Durch Zugabe von Flussspat und anderen Flussmitteln kann die Porosität des Scherbens verringert werden.

Steinzeugfliesen werden im Innen- wie im Außenbereich, typischerweise als Bodenbelag, aber auch an der Wand eingesetzt. Spezielle Vorzüge sind ihre hohe Maßgenauigkeit, die schmale Fugen ermöglicht, ihre mechanischen Festigkeiten sowie ein breites Angebot an Farben, Designs und Oberflächen. Das Material wird sowohl in glasierter als auch in unglasierter Form angeboten. Durchgefärbtes Steinzeug ist ebenfalls erhältlich und besonders strapazierfähig.

Die Trittsicherheit wird durch die Oberflächenstruktur eingestellt. Steinzeugfliesen mit Glasuren sind die klassische Bodenkeramik. Die technischen Eigenschaften der Glasur bestimmen die Abriebfestigkeit und die Rutschhemmung.

 

Feinsteinzeugfliesen und -platten

Im Unterschied zur Namensvermutung handelt es sich bei Feinsteinzeug nicht um Fliesen und Platten aus besonders fein gemahlenen Rohstoffen, sondern um Steinzeugfliesen mit besonders niedriger Wasseraufnahme von unter 0,5%. Sie werden unter hohem Druck gepresst und bei bis zu 1.300°C im Rollenofen gebrannt, weshalb sie über einen besonders dichten Scherben verfügen. Da der zugesetzte Rohstoff Feldspat einen verhältnismäßig niedrigen Schmelzpunkt aufweist, kommt es beim Brennen zu einer nahezu vollständigen Sinterung ohne offene Poren – zumindest in der oberen Sinterschicht.

Unglasiertes technisches Feinsteinzeug einiger Hersteller kommt sogar auf Werte von bis zu 0,03% Wasseraufnahme. Wenn man bedenkt, dass Glasplatten eine Wasseraufnahme von etwa 0,02 % haben, erklärt ein derartiger Wert, warum von „Verglasung“ bei der Herstellung des Materials gesprochen wird. Da die Normgebung mit dem technischen Fortschritt nicht hat Schritt halten können und dieser neuen Entwicklung vermutlich erst mit der noch zu verabschiedenden ISO-Norm 13006 Keramische Fliesen und Platten Rechnung trägt, bleibt „Feinsteinzeug“ bis dahin eine Handelsbezeichnung, die man in normativen Begriffsbestimmungen und Definitionen vergebens sucht.

Auch bei durchgefärbtem Feinsteinzeug muss es sich übrigens nicht um Fliesen und Platten handeln, die über die volle Stärke aus dem Material bestehen, welches die Oberfläche signalisiert. Im Gegenteil ist das „full body“ Feinsteinzeug wegen der höheren Rohstoffkosten auf dem Rückzug, seit die Digitaldruck-Technologie das Aufdrucken nahezu jeden Dekors möglich gemacht hat. Diese Fliesen und Platten dürfen sich selbst dann durchgefärbtes unglasiertes Feinsteinzeug nennen, wenn sie über eine Sandglasur auf der Oberfläche verfügen und aus zwei unterschiedlichen übereinander liegenden Scherben (einem dünnen hochwertigen und texturgebenden oben und einem günstigen einfarbigen unten) bestehen.

Während die meisten Oberflächenstrukturen mittels Stempel beim Pressen erzeugt werden, wird poliertes Feinsteinzeug nachträglich durch Schleifen der Oberfläche erzeugt. Im Unterschied zum Naturstein, bei dem Polieren eher dazu führt, dass sich Poren schließen, können beim Feinsteinzeug feine Kavernen geöffnet werden, wenn der Poliervorgang zu tief in die Sinterschicht eindringt; daher ist ein Imprägnieren des polierten Materials stets angeraten.

Wegen ihrer technischen Eigenschaften, zu denen auch die Frostfestigkeit gehört, eignet sich Feinsteinzeug für nahezu sämtliche Anwendungen im Innen- wie im Außenbereich, egal ob als Boden-, Wand- und Treppenbelag oder als Fassadenbekleidung.

 

Herstellung

Die Herstellung von keramischen Produkten wird im Wesentlichen in vier Schritte unterteilt – die Aufbereitung der Rohstoffe, die Formgebung, das Trocknen und das anschließende Brennen. Maßgebend hierfür ist die DIN EN 14411 Keramische Fliesen und Platten - Begriffe, Klassifizierung, Gütemerkmale und Kennzeichnung, die die genauen Vorgaben zu den technischen, physikalischen und chemischen Eigenschaften für die grundlegende Qualität der keramischen Erzeugnisse vorgibt.

Als erstes müssen die Rohstoffe gemischt werden. Da man den Hauptbestandteil Ton in der Natur niemals so vorfindet, wie man ihn für die Fertigungs- und Herstellungsverfahren benötigt, muss man ihm zusätzliche Rohstoffe nach spezieller Rezeptur beimischen. So wird einer Mischung verschiedener Tone aus natürlichen Vorkommen Quarzsand, Feldspat und Schamotte in unterschiedlichen Mengen zugeführt. Es entsteht eine endgültige Masse, mit der weiter gearbeitet werden kann. Nach der Aufbereitung der Rohstoffe wird das Material in seine eigentliche Form gebracht. Hierbei muss man die keramischen Massen nach ihrem Wassergehalt unterscheiden, denn dieser ist für das jeweilige Formgebungsverfahren erforderlich.

Herstellung und Formgebungsverfahren von Fliesen und Platten
Massen mit einem Wassergehalt von circa 5 bis 10% werden trockengepresst, dabei wird eine pulverförmige, feinkörnige Masse unter hohem Druck in liegende Formen gedrückt (Formgebungsverfahren B). Beträgt der Wassergehalt etwa 15 bis 25%, wird die plastische Masse stranggepresst. Mittels einer Strangpresse wird die plastische Masse zu einem Strang geformt, von dem die Platten in einer bestimmten Länge abgeschnitten werden Formgebungsverfahren A). Ab einem Wassergehalt zwischen 26 und 40% wird die Masse in Formlinge für Platten und Fliesen gegossen (früher Formgebungsverfahren C genannt, das heute nicht mehr in der EN 14411 aufgenommen ist). Anschließend werden die Fliesen und Platten getrocknet. Dadurch entweicht das Wasser aus der Masse, und die Formlinge beginnen zu schwinden. Dabei gilt: Je höher der Wassergehalt des Materials, desto größer die Schwindung und je größer die Schwindung desto größer die Abweichungen von den Werksmaßen. Abschließend müssen die keramischen Erzeugnisse gebrannt werden.

Die am häufigsten eingesetzten Brennaggregate sind Rollen- und Tunnelöfen. Rollenöfen sind ein- oder auch mehretagig. Hier liegen die Fliesenformlinge auf hitzebeständigen, sich gleichmäßig drehenden Rollen und durchlaufen innerhalb kurzer Zeit, in der Regel zwei Stunden, verschiedene Zonen – die Aufheizzone, die Brennzone und die Abkühlzone. In Tunnelöfen wiederum fahren die Fliesenformlinge auf einem schienengebundenen Brennwagen in sehr dichter Reihenfolge durch einen über 100 Meter langen Tunnel. Dieser Vorgang kann bis zu 50 Stunden dauern.

Nach dem Brennvorgang hat sich die keramische Masse weiter verdichtet und das noch enthaltene Wasser wurde ausgetrieben – der keramische Scherben ist entstanden, der in Abhängigkeit von der Brenntemperatur härter und dichter wird. Fliesen oder Platten mit geringer Wasseraufnahme werden bei circa 1.200 °C gebrannt. Steingutfliesen werden beispielsweise zwischen 850 und 1.000 °C gebrannt, da sie eine höhere Wasseraufnahme haben.

Glasuren werden u.a. aus Quarz, Dolomit und verschiedenen Metalloxiden hergestellt, deren Verbindungen der keramischen Farbgebung dienen. Bei Dekorfliesen können auch mehrere Glasuren nebeneinander und aufeinander vorhanden sein. Außerdem können die Oberflächen gewellt oder profiliert oder eben oder auf andere Weise ausgebildet sein. Nach der Glasur werden die Fliesen und Platten nochmals gebrannt (Zweibrand). Die Rückseiten sind eher schlicht gehalten, da sie lediglich als Kontaktflächen für Verlegemörtel oder -kleber dienen und dort meist mit einer herstellerspezifischen Kennzeichnung versehen sind.

Einteilung nach Normen

Keramische Er­zeugnisse werden aus natürlichen tonigen Rohstoffen bei niedriger Temperatur geformt und anschließend in einem Brennprozess verfestigt (Sinterung). Die maßgebliche Norm für keramische Baustoffe ist die europäische DIN EN 14411: Keramische Fliesen und Platten - Begriffe, Klassifizierung, Gütemerkmale und Kennzeichnung. Darin sind im Wesentlichen die Einteilung und Kennzeichnung keramischer Fliesen und Platten geregelt (Klassifizierung) sowie ihre Anforderungen und Eigenschaften festgelegt. Sie gilt für alle Fliesen und Platten, die im üblichen Strangpress- und Trockenpressverfahren hergestellt werden und hat zahlreiche bisherigen Normen  ersetzt (EN 87, EN 159, EN 176, EN 177, EN 178, EN 121, EN 186, EN 187 und EN 188).

Die Klassifizierung keramischer Fliesen und Platten erfolgt nach dem jeweiligen Formgebungsverfahren (A, B) und der Wasseraufnahmefähigkeit E (französische Abk. für Eau) in Gruppen (I, II, III).

Einteilung nach Formgebungsverfahren:

  • Verfahren A: Stranggepresste Fliesen und Platten
    Diese werden in der gewünschten Länge von einem Strang abgeschnitten, der aus einer plastischen Masse mit einem in der Strangpresse befindlichen Mundstück geformt wurde
  • Verfahren B: Trockengepresste Fliesen und Platten
    Diese werden aus einer sehr fein gemahlenen Masse unter hohem Druck in Formen gepresst

Nach anderen Verfahren hergestellte Fliesen und Platten, hierzu zählen z.B. durch Gießen hergestellte Formteile, werden in der Norm EN 14411 nicht berücksichtigt.

Einteilung nach Wasseraufnahme (E in Gewichtsprozent):

  • Gruppe I: Fliesen und Platten mit geringer Wasseraufnahme, E ≤ 3%

    Stranggepresste Fliesen und Platten werden zusätzlich unterteilt in:
    Gruppe AIa mit E ≤ 0,5%
    Gruppe AIb mit 0,5% < E ≤ 3%

    Trockengepresste Fliesen und Platten werden zusätzlich unterteilt in:
    Gruppe BIa mit E ≤ 0,5%
    Gruppe BIb mit 0,5% < E ≤ 3%
  • Gruppe II: Fliesen und Platten mit mittlerer Wasseraufnahme, 3% < E ≤ 10%

    Stranggepresste Fliesen und Platten werden zusätzlich unterteilt in:
    Gruppe AIIa mit 3% < E ≤ 6%
    Gruppe AIIb mit 6% < E ≤ 10%
    Außerdem gibt es sowohl für Gruppe AIIa als auch für Gruppe AIIb je Teil 1 und Teil 2, in denen verschiedene Produktanforderungen klassifiziert sind.

    Trockengepresste Fliesen und Platten werden ebenfalls zusätzlich unterteilt in:
    Gruppe BIIa mit 3% < E ≤ 6%
    Gruppe BIIb mit 6% < E ≤ 10%
  • Gruppe III: Fliesen und Platten mit hoher Wasseraufnahme, E > 10%

    Stranggepresste Fliesen und Platten werden zusätzlich unterteilt in:
    Gruppe AIll

    Trockengepresste Fliesen und Platten werden ebenfalls zusätzlich unterteilt in:
    Gruppe Blll

Anmerkung: Zu allen Klassifizierungen gibt es in der Norm zahlreiche Anhänge.

Anforderungen und Eigenschaften:


Anforderungen für keramische Fliesen und Platten werden an ihre Länge, Breite und Dicke, an die Geradheit der Kanten und die Rechtwinkligkeit sowie Ebenflächigkeit und Oberflächenbeschaffenheit der Produkte gestellt. Generell gilt, dass mindestens 95% der Oberfläche frei von Fehlern sein müssen, die das Aussehen einer größeren Fliesenfläche beeinträchtigen. Zulässige Abweichungen sind in DIN EN 14411 beschrieben. Weitere Anforderungen betreffen die physikalischen Eigenschaften. Dazu zählen u.a. die Wasseraufnahme von Fliesen und Platten, ihre Bruchlast und Biegefestigkeit, der Widerstand gegen Verschleiß, Frostbeständigkeit, Schlagfestigkeit und Feuchtigkeitsausdehnung. Auch Beanspruchungen aus Laugen, Säuren und Chemikalien müssen Fliesen und Platten standhalten, zudem müssen sie beständig sein gegen Flecken.

An die DIN EN 14411 schließen sich Produktnormen und zahlreiche Prüfnormen an, die die Anforderungen (technischen Merkmale) jeder Produktgruppe beschreiben.

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